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Ich bin 8bit

Donnerstag, 30. April 2009

Gestern war ich ganz kurz jung und hab mit meinem Papa mein erstes Telespiel(ja, so nannte man die damals) gekauft. Es war gebraucht und für mich war es wie ein kleines Wunder, dass mein Papa tatsächlich ja gesagt hat, als ich ihn bekniet habe, mit mir das G7000, das in der Kleinanzeige angeboten wurde, zu holen. Meine erste Spielkonsole… …ein G7000 von Philips, das sogar Cardridges hatte und keine dämliche, paddlegesteuerte Konsole war, die sich auf 10 Versionen von Pong beschränkte.

Oh, jetzt habe ich vergessen zu schreiben, wie diese wundersame Verjüngung zustande kam. Profan ausgedrückt: “Der Stefan wars!” Dieser schlimme Kollege. Ich hab gar nix gemacht und der hält mir einfach ein Buch unter die Nase.

Spielkonsolen und Heim-ComputerDieses Buch da - naja fast. Er hat die Erstausgabe(ist halt auch schon etwas älter, der Knabe ;) ).
Ich will gar keine Werbung dafür machen aber wenn jemand da draußen auch so steinalt wie ich ist (beinahe 40), gerne mal wieder in Erinnerungen schwelgen möchte und dabei kein Problem damit hat, von Vergangenem Neues zu erfahren… …dem empfehle ich dieses Buch.

Es ist von Winnie Forster und man kann es auf www.gameplan.de finden. Es heißt Spielkonsolen und Heim-Computer.

Ich habe bisher nur die vielen Bilder und wenige Abschnitte aus dem Buch angeschaut - ich kannte so viele der abgebildeten Spiele noch beim Namen.

Das Buch umfasst den Zeitraum von 1972 bis 2002 und hält mir vor, dass ich schon sehr lange über eine elektronische Spielvergangenheit verfüge.

Atari VCS - 1977… …hab ich selbst nie besessen, erinnere mich aber noch gut daran, wie wir zu dritt häufig auf der Suche nach einem Fernseher waren, bei dem die Eltern nicht Angst hatten, dieser technische Schnickschnack könnte den Flimmerkasten zerstören. Sprich, wir spielten dort, wo die Eltern grad nicht zu hause waren. An lange Pitfall II-Sessions(Nicht, dass ich den ersten Teil nicht auch gespielt hätte oder PacMan oder, oder, oder…) kann ich mich noch gut erinnern. Zum Ende hin haben wir ganz schön lange gebraucht um an fiesen Fledermäusen vorbeizukommen. Bei Decathlon haben wir reihenweise Joysticks zerstört. Natürlich benutzten wir nicht die original Knüppel - von denen bekam man nur Blasen an den Pfoten und war zudem nicht konkurrenzfähig.

Spielautomaten hielten Einzug… …nicht nur in Spielhallen… …die zwei “großen” Kaufhäuser in Heidenheim hatten zeitweise jeweils zwei Automaten. Ich hatte eigentlich nie gespielt. Mir hat es immer gereicht bei den “Großen” zuzuschauen. Das war preiswerter und ich weiss noch, daß meine Mama mir verboten hat, mein Geld in die Dinger zu stecken. Spontan fallen mir ein paar Spiele ein, die da liefen. GALAGA, DIGDUG, TRACK&FIELD, BOMBJACK, YIE AR KUNG FU(ich war zu faul das zu recherchieren, aber so ähnlich hieß das).

Machen wir es kurz, überall wo es blinkte und piepte, war ich zu finden. Ich wette, für meine Mama war es recht einfach, ausgiebig in genau diesen beiden Läden mit mir einkaufen zu gehen. Sie wusste ja immer, wo ich war und musste mich nach dem Einkauf nur noch von den Automaten pflücken.

Später lief ich stundenlang in einem dieser Kaufhäuser zwischen den Regalen mit verschieden Rechnern (Sinclair Spectrum, Commodore VC20 und C64) rum. Das andere Kaufhaus hatte nicht mitgezogen und ich war damals überzeugt, dass dieser Laden damit dem Untergang geweiht war. Es gibt ihn immer noch - den mit den Computern haben sie vor ein paar Jahren niedergewalzt. Dort gibt es jetzt eine Einkaufspassage, in der eine von vielen MediaMarkt-Filialen ihr charmefreies Dasein fristet.

Ich habe wirklich viele schöne Erinnerungen an diese Zeit. Damals saß ich nicht einsam und weisshäutig an der Console/dem Rechner, sondern man traf sich im zu der Zeit geilsten Computerladen, in dem ein Freak den Laden führte. Wir haben da die Tage am C64 verdaddelt mit H.E.R.O. oder später dann auch mit Wintergames und noch später mit California Games und natürlich vielen anderen Spielen.
Gekauft haben wir nie etwas. Nach vielleicht drei Jahren war der Laden weg.

Meinen eigenen C64 hatte ich für 600DM erstanden; hatte also eine lange Wartezeit hinter mir, wenn man bedenkt, dass für das Teil anfangs 1000 Mark über den Ladentisch flattern mussten.

Diese Wartezeit hatte ich mir und vielen anderen Kumpels mit dem CBS Colecovision versüßt, das die verblüffend aufwändige Grafik der Spielautomaten auf den heimischen Fernseher übertragen konnte. Ich rede dabei von prachtvollen Spielen wie Donkey Kong und Dig Dug… …oh mein Gott - heute bekommt man davon Augenkrebs.

Lassen wir die restliche Zeit schnell vorüber ziehen… …der Eintrag ist ja jetzt schon viel zu lang, als dass den jemand bis hier her lesen würde.

Vieles hat sich geändert - eines bleibt. Der Michi bewahrt sich weiterhin ein Stück Kindheit und besitzt heute eine Wii, eine PS3 und nen DS und nicht zu vergessen einen alten Spielautomaten mit verschiedenen Spielplatinen ;)