Hallo liebe Motorsportfreunde
und willkommen am Hockenheimring zum großen Preis von Deutschland…

…mehrere Monate habe ich auf diesen Satz gewartet. Als langjähriger Formel 1-Fernseher hab ich mich sehr darauf gefreut, dieses Spektakel endlich mal hautnah sehen, riechen und spüren zu können. An dieser Stelle vorweg meinen Dank an die beiden Honda, deren Sound ich bis in die Magengrube spüren durfte - GEIL. Ich hätte nicht erwartet, dass die Autos teilweise so unterschiedlich klingen. Im TV bekommt man das nicht so mit.
Der Rennhergang ist ja bei Bedarf sicher mehrfach im Internet nachzulesen. Ich beschränke mich daher auf meine Eindrücke. Vielleicht trägt mein Erfahrungsbericht bei Unentschlossenen ja zur Entscheidungsfindung bei, ob es sich für sie lohnt ein Rennen an der Strecke zu verfolgen.
Wenn nur diese bösen Ticketpreise nicht wären.
Ich fand das total geil, mit Leuten so vieler unterschiedlicher Nationalitäten im Bereich der Nordkurve zu sitzen. Alle waren super drauf… …kein Gedanke an Ärger. Jeder konnte sich für seinen Fahrer freuen ohne dass es irgendwie Stress gegeben hätte. Wobei sich ein vor mir sitzender Räikkönen-Fan beim Freuen erst so nach dem dritten Durchlauf endgültig darüber im Klaren war, in welchem der roten Flitzer denn jetzt der Finne sitzt. Jedenfalls hat er die ersten Runden sicherheitshalber bei beiden roten Autos seine Flagge hoch gehalten. Möglicherweise dachte er auch, dass der Räikkönen in besonders guter Form ist (war er nicht *schnüff*) und hat ganz vergessen, dass Massa ja auch noch für Ferrari unterwegs ist. Sollte dies der Fall gewesen sein – es ist ihm wieder eingefallen.
Im Fernsehen konnte ich schon öfter Ausschnitte von Fahrerparaden sehen, bei denen alle Fahrer auf der Ladefläche eines LKW’s herumkutschiert wurden. Ich bin nicht auf dem neuesten Stand was Fahrerparaden angeht und ob diese Art generell nicht mehr praktiziert wird. Bei uns jedenfalls, wurde jeder einzelne Fahrer von teilweise wunderschönen Oldtimern chauffiert. Das hat mir sehr gut gefallen.
Bis zum Rennbeginn gab es ein umfangreiches Rahmenprogramm. Hervorheben möchte ich dabei keine Rennen anderer Serien, sondern die Autos der BMW M1 Procar Serie, die entstaubt und auf die Strecke geschickt wurden. Die Dinger haben einen absolut beeindruckend kernigen Klang und ich kann, obwohl ich den Porschecup auch interessant fand, mit Sicherheit sagen, dass ich ein Rennen mit diesen kraftvoll wirkenden Fahrzeugen viel lieber gesehen hätte. So blieb es aber bei ein paar Showrunden.
Das Rennen selbst war glücklicherweise keinesfalls langweilig. Neben dem Start als Highlight bleibt mir noch besonders in Erinnerung:
- Sebastian Vettel, der sogar mit Alonso fighten konnte und mir wahnsinnig Spaß gemacht hat. (Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn er nicht ein ganz Großer wird – bin auf die nächste Saison bei Red Bull gespannt.)
- Die unglaubliche Präzision, mit der Hamilton Runde um Runde in der Nordkurve vorbeibretterte. Natürlich auch die Dominanz… …grrrr
- Der Zustand von Glock, als er aus seinem havarierten Toyota gezogen wurde. Der Mann war total fertig… …er konnte kaum stehen. (Die Bergungsmethode empfand ich irgendwie als seltsam, da er rückwärts aufprallte. Meistens wird man da mit der Sitzschale raus gehoben)
- Ein unbeschwertes Wochenende mit Freunden und meinem Brüderchen (der übrigens die tollen Fotos gemacht hat - es kommen noch mehr) gehabt zu haben… …naja, meine zwei Frauen haben mir in den wenigen ruhigen Momenten gefehlt. Danke, dass Ihr mich habt gehen lassen.
Es gäbe noch vieles, das ich schreiben könnte aber der Blogeintrag dürfte jetzt schon einer der längsten sein. Also lass ich es erst mal bleiben.
